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Achtsamkeit, Agilität und Innovation: zentrale Elemente moderner Personal- und Organisationsentwicklung

Jan 28, 2019   //   by admin   //   Blog  //  No Comments
Man Enjoying the View from the Edge of the CliffPhoto by Lukas Talab

Die moderne Arbeitswelt ist VUCA. Die Frage, wie Menschen unter diesen Bedingungen innovativ und agil handeln treibt viele Unternehmer um. Achtsamkeit (englisch: mindfulness) steht als Teil moderner Unternehmenskultur hoch im Kurs: achtsame Führung, achtsam-agiles Management, achtsam Arbeiten. Das Thema scheint allgegenwärtig. 

Die folgenden Abschnitte zeigen, was der Begriff tatsächlich meint und wie agiles Handeln und Innovationsfähigkeit mit damit zusammenhängen. Viel Spaß beim Lesen! 

Achtsamkeit: mehr als Konzentration

Die bekannteste Definition prägte Professor Jon Kabat-Zinn von der Medical School der Universität Wisconsin/USA. Er beschreibt „mindfulness“ als spezifische Form der Aufmerksamkeit. Sie ist 

  • bewusst,
  • auf die Gegenwart gerichtet und
  • nicht wertend.

Konzentration bedeutet, Aufmerksamkeit auf ein spezifisches Objekt zu fokussieren. Die übrige Realität wird ausgeblendet. Die achtsame Form der Aufmerksamkeit dagegen ist offen, umfassend, klar und wach. Kabat-Zinn geht davon aus, dass sich achtsame und konzentrierte Bewusstseinszustände ideal ergänzen. 

Die obigen Abschnitte lassen erkennen, dass die Achtsamkeits-Praxis ein nützliches Tool für modernes Management darstellt. 

Wie profitieren Unternehmen von der Achtsamkeits-Praxis?

Der Berater und Zen-Lehrer Paul J. Kothes befasst sich intensiv mit der Frage, ob und wie Unternehmen von der Achtsamkeits-Praxis der Mitarbeiter profitieren. (Quelle: Kothes, P. J. & Rosmann, N.(2014): Mit A. in Führung. Klett-Cotta.) Er berichtet von einer aufschlussreichen Untersuchung. Die Studien-Teilnehmer absolvierten eine dreijährige Weiterbildung zur Persönlichkeitsentwicklung. Der Kurs enthielt eine regelmäßige Achtsamkeits-Praxis. 

Das Ergebnis:

  • 54 Prozent der Kurs-Teilnehmer fühlen sich durch die Achtsamkeits-Praxis leistungsfähiger,
  • 52 Prozent gaben an, sie könnten mit äußeren Anforderungen besser umgehen und
  • nur noch sieben Prozent berichten von Schwierigkeiten, bei beruflichen Herausforderungen einen klaren Kopf zu bewahren. Am Anfang der Weiterbildung waren es noch fünfzehn Prozent. 

Regelmäßige Achtsamkeits-Übungen steigern also Leistungsfähigkeit und Stresstoleranz und fördern darüber hinaus mentale Klarheit

Mit kreativer Offenheit und Agilität eingefahrene Strukturen überwinden

Erneuerung fällt Menschen häufig schwer. Sie verunsichert, schürt Ängste. Dieser latente Stress provoziert Widerstand gegen notwendige Veränderung. Change-Management richtet das Augenmerk auf solche Hindernisse. Besonders in der hochdynamischen, globalisierten Wirtschaftswelt braucht es nachhaltige Strategien für den Umgang mit Veränderung. 

Anstatt disruptive Prozesse stets von Neuem mühsam zu implementieren gilt es 

  • die Unternehmensstruktur den realen, disruptiven Verhältnissen anzupassen und
  • Mitarbeitern eine Technik an die Hand zu geben, die sie darin unterstützt, Veränderungen nicht nur anzunehmen sondern sie aktiv mitzugestalten

Achtsamkeits-Praxis kann auf diese Weise nicht nur aktuelle Change-Prozesse positiv beeinflussen. Sie fördert darüber hinaus die Fähigkeit der Mitarbeiter den Wandel aktiv voranzutreiben

Entwicklung fördern und Wettbewerbsvorteile sichern

Innovation muss in der Arbeitswelt 4.0 auf zwei Ebenen gedacht werden. Einerseits gilt es, sich rasant verändernden Kundenwünschen und Marktbedingungen anzupassen und kreative Lösungen anzubieten: Innovatives Agieren als Wettbewerbsvorteil mit Blick auf die Kunden. Dieses Ziel erreicht ein Unternehmen nur mit dem passenden Personal. Kreative Offenheit und der Blick über den Tellerrand bilden die Grundlage für Innovation. Regelmäßige Achtsamkeits-Praxis fördert exakt diese Fähigkeiten. 

Außerdem ist zu klar: Der demografische Wandel führt zu einem Wettbewerb um High-Potentials. Die Fach- und Führungskräfte von morgen sind zudem in der globalen Welt aufgewachsen und daher nicht unbedingt auf Deutschland als Arbeitsort fixiert. Unternehmen müssen High-Potentials aktiv an sich binden: Innovatives Agieren als Wettbewerbsvorteil mit Blick auf Top-Nachwuchskräfte. Achtsam-sein bedeutet mehr als eine einfache Gymnastik-Übung. Idealerweise wird sie ein Teil der Unternehmenskultur. Besonders High-Potentials benötigen einen Rahmen, der nicht nur innovatives Denken fördert, sondern auch agiles Handeln ermöglicht. Ohne ein gewisses Maß an Mit- und Selbstbestimmung können sie ihr Potenzial nicht entfalten und werden sich nicht längerfristig an ein Unternehmen binden. 

Fazit: Das Thema Achtsamkeit-Praxis in Unternehmen ist mehr als ein kurzlebiger Trend. Vielmehr kommt die Wirksamkeit der Methode in der modernen Arbeitswelt voll zum Tragen. Es lohnt sich, tiefer in die Materie einzusteigen.